Unsere Kaffee-Welt
Der erste Teil der mehrteiligen Blogserie zu Kaffeehandel soll sich mit einem kurzen Überblick über die Wertschöpfungskette im Ganzen beschäftigen. Beginnend im Anbauland mit Produzent:innen und Exporteur:innen, über Importeur:innen und Röster:innen bis hin zu dir, dem Endkonsument:in. Zunächst ist die Wertschöpfungskette des Kaffees kein starres Konstrukt mit festen Strukturen, sondern je nach Ursprungsland, sowie Menge und Qualität des angebauten und geernteten Kaffees ein sehr fragiles, flexibles und vielerorts über viele Jahrzehnte gewachsenes System mit regionalen Eigenheiten.
Im Zusammenhang mit Lebensmitteln ist uns nichts wichtiger als ihre Frische. Doch ist der Bedarf an Frische ab Zeitpunkt der Produktion für jedes Lebensmittel sehr unterschiedlich. Das fängt bereits bei der Differenzierung tierischer und pflanzlicher Lebensmittel an. Manche Produkte, wie Käse oder Wein erzielen sogar erst durch eine längere Reifung ein gewünschtes Aroma. Es ist also bei Genussmitteln weniger die zeitliche Frische, das heißt der möglichst frühe Zeitpunkt des Konsums nach Produktion, als der aromatische Höhepunkt eines Produkts, an dem ich interessiert bin. Um an dieser Stelle nicht abzuschweifen und direkt beim Kaffee zu landen, möchte ich Frische in Bezug auf Kaffee mit dem Höhepunkt seiner aromatischen Entwicklung gleichsetzen.
Wir finden sie nicht nur auf den Tüten von Supermarkt-Kaffees. Slogan wie „Hochlandkaffee“ oder Qualitätsbeschreibungen mit Anbauhöhen von feinen Arabica-Kaffees sind auch im Bereich der Spezialitätenkaffees keine Seltenheit. Doch warum brüsten sich Kaffees mit dieser Angabe, was möchte uns eine Anbauhöhe von 1500 Metern sagen? Dass der Kaffee besonders gut ist, besonders aromatisch? Oder versucht hier jemand werbewirksame Begriffe aufzubauen, um seinen Kaffees mehr Glanz zu verleihen?
Sie sehen sich mit zahlreichen Vorurteilen konfrontiert, die ihren Job und ihre Leidenschaft zuweilen verklären und sie belächelnd auf ein Symbol für großstädtische Hipster-Kultur reduzieren. Nicht selten wird, gewiss ja auch nicht immer zu Unrecht, über ihren überzogenen Hang zum Reiten aktueller Modetrends geschmunzelt. Dieser Beitrag soll dem gegenüber jedoch eine kleine, hier und da mit einem Augenzwinkern verfasste, Liebeserklärung an passionierte Baristi sein. Und wir möchten dir zeigen, dass sie mehr sind als hippe Trendsetter, gutgelaunte Small-Talk-Künstler und scharf auf Komplimente für ihre filigranen Latte-Art-Kunstwerke. Schauen wir heute mal hinter die Siebträgermaschine, an gestapelten Tassen vorbei auf die freundliche Kaffeekompetenz, die dich jeden Tag durch den dichten Dschungel weltweiter Kaffeespezialitäten zu deinem Lieblingsgetränk geleitet. Ein leidenschaftlicher Barista weiß nämlich nicht nur, mit welchen Handgriffen die Maschine aus gemahlenem Kaffee einen bekömmlichen Espresso zaubert und wie der Milchschaum so richtig feinporig wird, sondern erweist sich ganz häufig auch als ausgeprägtes Multitalent.
Wir legen heute ein teamintern beliebtes und über alle Kaffeebartheken hinweg heißdiskutiertes Thema auf den Tisch: Entkoffeinierter Kaffee. Dieser Blog möchte einen Überblick über verbreitete Verfahren zur Entkoffeinierung von Rohkaffee geben und manchmal arg technische Begriffe wie überkritisches CO2, Dichlormethan oder Ethylacetat hoffentlich vereinfachend aufschlüsseln. Außerdem wagen wir uns zum Abschluss an eine kleine Aussicht auf die Zukunft entkoffeinierter Kaffees. Na dann: Abfahrt!
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